Konsequentes Lernen

Eine regelmäßige Teilnahme am Tanzunterricht ist der wichtigste Faktor für den Lern-Erfolg. Fleißige, aber normal Begabte haben meist mehr Erfolg als besonders Begabte, die inkonsequent lernen.

Ähnliches gilt auch für den Spaß im Unterricht: Je häufiger Kinder da sind, desto mehr Spaß haben sie. Das liegt daran, dass Kinder, die gefehlt haben, in den Bewegungen hinterher hinken und genau aufpassen müssen, während die anderen sich bei der Wiederholung ganz dem Ablauf und der Musik hingeben– sprich: genießen können. Fehlt ein Kind häufiger, kommt es gar nicht an den Punkt, etwas zu genießen, da es immer aufpassen und auf seine Bewegungen acht geben muss. Da kann die Motivation auf Dauer nur sinken.

Auch ist das Tanzen von Anfang an ein „Mannschaftssport“. Zwar nimmt der Lehrer und die Gruppe Rücksicht darauf, wenn jemand wirklich verhindert ist, etwa durch eine Krankheit. Umgekehrt sollte jeder aber auch Rücksicht auf die „Mannschaft“ nehmen und nicht einfach so fehlen. Denn die anderen haben keine Lust sich unnötig zu langweilen, wenn jemand nicht weiß, wie der Tanz geht. Die meisten Kinder in SCALA11 sind fast immer da. Da fällt es schon ins Gewicht, wenn ein Kind jedes vierte Mal fehlt. Fehlt es noch häufiger, macht eine Teilnahme nicht wirklich Sinn.

In der Praxis ist es nicht immer ganz einfach, eine regelmäßige Teilnahme zu ermöglichen. Was macht man z.B., wenn das Kind am Unterrichtstag Geburtstag hat? Manchmal fehlen Geburtstagskinder, aber immer häufiger hören wir: In SCALA11 ist doch so schön, da geh ich auch gerne an meinem Geburtstag hin und feiere morgen! Ganz ungünstig ist es in den Fällen, wenn Kinder aus dem Kurs zum Geburtstag eingeladen werden, die dann auch noch fehlen „müssen“.

Bei manchen Kindern ist die Begeisterung so groß, dass die Eltern bei anstehenden erzieherischen Maßnahmen das Kind nicht zum Unterricht kommen lassen. Wir können zwar diese alltägliche „Not“ der Eltern gut verstehen, hielten es aber für sinnvoller, stattdessen einen Einzeltermin zu canceln, etwa einen Kinobesuch oder ein Treffen von Freundinnen.

Umgekehrt erzählte mal ein Tanz-begeisterter Junge, seine Mutter hätte ihn für etwas, das ihm gut gelungen war, zur Belohnung ins Kino eingeladen, wobei der Kinotermin in die Zeit des Tanzunterrichts fiel. Das Kind gestand uns, dass es eigentlich gerne zum Tanzen gekommen wäre…

Bei vielen Gelegenheiten ist es zum Glück ganz einfach, eine Kollision mit dem Unterricht zu vermeiden, etwa bei routinemäßigen Arztbesuchen. Da findet sich meistens ein geeigneter Termin.

Reizüberflutung und Hobby-Hopping

Viele Eltern sind sehr darum bemüht, dem Kind möglichst viele Anreize zu bieten: Tanzen, Musikunterricht, Hockey, Zeichenkurse… Die Gefahr dabei ist natürlich eine Reizüberflutung und der Mangel an wirklich freier Zeit.

Das wiederum bringt Eltern dazu, die Kinder alles nacheinander machen zu lassen, etwa: Musikunterricht mit 3-4 Jahren, Tanzen mit 5-6 Jahren, Hockey mit 7- 8 Jahren usw. Das Ergebnis ist dann, dass das Kind später nichts „richtig“ kann, während sich andere mit ihrem Hobby längst verbunden fühlen. Unser Tipp: Bleibt bei einem Hobby, wenn es gut läuft. Meldet das Kind nicht um, nur „um mal etwas Anderes ausprobiert zu haben“.

Übrigens, à propos Reizüberflutung: Es gibt zahllose wissenschaftliche Studien, die beweisen, dass Fernsehen, Computer, Bildschirme im Kindesalter bis 10 Jahren erhebliche, dauerhafte Defizite zur Folge haben können, aber keine Studie, die einen Nutzen nachweist, den andere Angebote (Bücher…) auch haben.

Motivation der Kinder

Obwohl in SCALA11 motivierte Schüler– teils sogar hochmotiviert, wie oben beschrieben– die Regel sind, erwarten wir nicht, dass ein Kind jede Stunde gleich toll findet. Alle Schüler haben mal einen schlechten Tag.

Und wenn man sich einem Hobby intensiv widmet, wird irgendwann ein Punkt kommen, an dem etwas nicht klappt, auch nicht im zweiten oder dritten Anlauf. In solchen Situationen vermittelt unser Pädagogenteam das Vertrauen, dass sich bei regelmäßigem und entspanntem Weiter-Üben alles wie von selber finden wird.

Für die Schüler hört sich das etwa so an: Jeder hat mal ein Tief, dann bleiben wir aber ganz gelassen. Umgekehrt hat jeder mal ein Hoch, dann gibt es kräftig Lob und die Welt ist wunderschön. Geübt wird aber immer. Gerade bei kleineren Kindern sind hier die Eltern gefragt. Zeigt das Kind Motivations-Schwächen, hat es sich als klug herausgestellt, dass man ohne Ankündigung oder Diskussion einfach zum Unterricht fährt. Eine liebevolle Sturheit nützt den Eltern hier sehr. Hat man diese nicht von Natur aus, lohnt es sich, sie jetzt zu trainieren. Denn wenn die Kinder größer sind, wollen sie ohnehin über alles diskutieren; da können sich wankelmütige Eltern schnell verzetteln.

Manchmal hat ein Kind auch ein ernsthaftes Problem, etwa Schwierigkeiten mit einem bestimmten Kind oder Stundeninhalt, mangelndes Erfolgserlebnis o.ä., was ihm im Unterricht nicht unbedingt anzumerken sein muss. Daher ist es hilfreich, wenn die Eltern uns rechtzeitig informieren. Ist einmal bekannt, worum es geht, ist das Problem oft schnell aus der Welt. Dagegen nützt es weder uns noch dem Kind, wenn wir erst nach Monaten mit der Kündigung davon erfahren.

Schneller Genuss oder tiefe Verbundenheit

Dass wir dem Kind unnötige Schwierigkeiten ersparen helfen, heißt allerdings nicht, dass wir die Kinder von schnellem Genuss oder Erfolg abhängig machen, wie es von Animateuren und Spaß-orientierten Medien vielfach praktiziert wird.

Geht es darum, lebenstaugliche Menschen heranzuziehen, ist es oft an erster Stelle das jahrelang intensiv betriebene, fordernde Hobby, welches die Persönlichkeit reifen lässt und über Krisen in Kindheit und Jugend hinweg hilft. Viele Menschen erinnern sich später: „Wenn ich das Tanzen (den Sport/ das Orchester o.ä.) nicht gehabt hätte, wäre es mir schlecht ergangen.“ Lassen wir es uns also gut gehen!

Wir wünschen euch viel Spaß in SCALA11!