Werdener, 6-2026
„Tanztheater mit Kindern— in der Natur
SCALA11, das große Studio für Künstlerischen Tanz, wurde im Jahr 1992 von Ronald Blum gegründet, der es bis heute leitet. Von Anfang an waren die drei Säulen, auf denen das Studio aufbaut, die Bereiche klassisches Ballett, populäre Tanzstile (derzeit v.a. der boomende Bereich Modern Jazz unter der Leitung von Julia Kollenberg) und der Haupt-Bereich Tanztheater/ Contemporary Dance, in dem Ronald Blum selber weit über 100 Schüler-innen unterrichtet. Hier vermittelt der Studioleiter mehr als nur „Tanzen-Lernen“. Ausgehend vom Prinzip der natürlichen, „mühelosen“ Bewegung macht das Fach den Eindruck einer umfassenden, menschlichen Bildung, und das trotz eindrucksvoller Leistungen wie z.B. den in diesem Jahr aufgeführten Stücken „Silhouetten“ und „Nachtstück 15-1“, faszinierend filmisch umgesetzt vom Videokünstler Julian Rübel (zu finden unter Media auf scala11.de).
Das Prinzip der Natürlichkeit nimmt Ronald Blum wörtlich: In jedem Frühjahr geht er mit einigen seiner Gruppen in die Natur und stellt sich tänzerisch den für Tanzkurse ungewohnten Herausforderungen wie z.B. unebenem oder abschüssigem Boden. Das Eintauchen in die Ruhe schattiger Wälder und Weiher, stets schweigend durchgeführt, wird spürbar auf zahlreichen Bildern und hat auch Fotografen angelockt wie beispielsweise die weltbekannte Künstlerin Ursula Kaufmann.
Hier wird ein Gegenpol spürbar: Eine Ästhetik von Stimmigkeit und Glaubwürdigkeit jenseits einer virtuellen Welt, direkt erfahrbar und wertvoller als das Kleben am Bildschirm, welches ganze Freundeskreise beherrscht, oft auch von Eltern vorgelebt und in der Schule institutionalisiert wird. Eine geradezu ansteckende Ruhe geht von den Fotos aus, eine Erinnerung an Situationen, in denen die Zeit stehen bleibt und nur der Moment zählt.“
